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„MakeScience Halle!“ Expedition Blaue Bioökonomie – alle in einem Boot!

Hier finden Sie unsere Projektübersicht

Alle Forschungsmodule auf einen Blick

Eröffnungslivestream und Bericht des MDR und der MZ


Wissenschaft für alle erlebbar machen – Forschung im Fluss

Make Science Halle geht auf digitale Jungfernfahrt

Am 18. Juni hat sich Deutschlands erstes Bürgerforschungsschiff der Öffentlichkeit präsentiert. An Unterdeck stellten Studierende und Dozenten der beteiligten Hochschulen aus Sachsen-Anhalt vor, was künftig an Bord sowie in und an den Ufern der Saale entdeckt werden kann.
Gefördert wird das Schiff vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahrs „Bioökonomie“ und unterstützt von den Hochschulen Merseburg und Anhalt, der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft als Forschungspartner auf einem „Blauen Band der Wissenschaft“-Netzwerk.

„Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“, wünschte Prof. Dr. Christian Tieje, Rektor der Martin-Luther-Universität, in seinem Grußwort allen Beteiligten der Make Science Halle. Denn nach mehrwöchigem Umbau wollen die Flussforscher*innen, die Crew an Bord des ersten Bürgerforschungsschiffes Deutschlands, endlich Fahrt aufnehmen. Am 18. Juni war es nun so weit. Mit einem Livestream auf YouTube stellte Ilka Bickmann, Betreiberin des Schiffes und Vorstandsvorsitzende des Vereins science2public gemeinsam mit Dozierenden und Studierenden in einem knapp 70-minütigen digitalen Rundgang an Bord vor, was künftig auf dem schwimmenden Bürgerforschungslabor erforscht werden kann, ehe sich die Make Science Halle zu einer kleinen Spritztour aufmachte und an ihrem neuen Liegeplatz, Am Riveufer, Steg Nummer 5 anlegte.  Von der Wasserentnahme am Oberdeck bis zur Bestimmung von Kleinstlebewesen unter dem Fluoreszenzmikroskop bietet die Make Science Halle allen wissbegierigen (zukünftigen) Bürgerforscher*innen ein vielfältiges Angebot, das sich mit dem Leben in und am Ufer der Saale beschäftigt. Ergänzt um verschiedene Vermittlungsstationen wie einem Oberdeck-Openair-Kino oder einem Livestream-Medienstudio an Bord stellt das Bürgerforschungsschiff damit einen außergewöhnlichen Lehr-Lern-Ort dar. „Gerade in Zeiten der Corona-Krise merken wir, wie wichtig Wissenschaftskommunikation ist. Wir wollen unsere Forschung der Bevölkerung so nah und so verständlich wie möglich bringen“, findet Prof. Dr. Jörg Kirbs, Rektor der Hochschule Merseburg. Die einzelnen Forschungsstationen werden dabei hauptsächlich von den zahlreichen engagierten Studierenden der beteiligten Partnerhochschulen in Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekten organisiert und veranstaltet. So werden etwa die Geowissenschaftlerinnen Michelle Hillmann und Julia Behrens im Rahmen ihrer Bachelorarbeit gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus der Region erforschen, wie es um die Qualität des Saalewasser bestellt ist. Das entnommene Wasser kann dann anschließend gemeinsam mit Forschern des Fraunhofer IMWS mittels der schiffseigenen Umkehr-Osmose-Anlage gereinigt, aufbereitet und schließlich mit Sodabrowsern in eine spritzige Limonade verwandelt werden.

Allround-Talent Alge: Rohstoff für eine nachhaltige Bioökonomie

„Für uns ist es besonders interessant, die ästhetischen Aspekte des Wassers zu erforschen. In Bezug auf Biodesign und Materialforschung stellen wir uns daher die Frage, wie nachwachsende Rohstoffe insbesondere die Alge für Gestaltung und Design eingesetzt werden können“, meint Prof. Dieter Hoffmann von der Kunsthochschule Burg Giebichenstein.  Außerdem wollen die Flussforscher*innen gemeinsam mit dem Algenkompetenzzentrum der Hochschule Anhalt den vielen nützlichen Eigenschaften der Algen auf den Grund gehen und herausfinden, wie eine lokale, nachhaltige und klimagerechte Wirtschaftsform möglich ist.
„Unsere Vision ist, dass wir aus Mikroalgen-Biomasse als nachwachsende Rohstoffquelle für künftige Generationen allmögliche Produkte erzeugen können“, sagt Prof. Dr. Carola Griehl von der Hochschule Anhalt. Dazu wird an Bord in sogenannten Algenreaktoren ein blubberndes Substrat dieser grünen Wasserlebewesen gezüchtet, da sie nicht nur zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten als Treib- und Werkstoff der Zukunft bieten, sondern auch kulinarisch in der Mitmach-Kombüse des Schiffes zu leckeren Smoothies, Keksen und mehr einsetzt werden können.
„Die Zeiten sind vorbei, dass Wissenschaftskommunikation nur kommunikativ stattfinden kann. Man muss gemeinsam forschen, man muss miteinander etwas tun. Daher haben wir uns gefragt: Was verbindet uns und Wissensorte miteinander in Sachsen-Anhalt? Das ist der Fluss, die Saale, und Wasser ist unser Lebenselexier“, meint Ilka Bickmann, Vorsitzende des federführenden Vereins Science2Public, im Interview mit dem MDR. Die Make Science Halle wird daher auf einem „Blauen Band der Wissenschaft“ im Netzwerk die teilhabenden Forschungspartner wie die Hochschulen Merseburg und Anhalt, die Kunsthochschule Burg Giebichenstein, die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft ansteuern und miteinander im Rahmen der Forschung rund um Leben im und am Wasser sowie blauer Bioökonomie verknüpfen.
Jeden ersten Sonntag im Monat wird das Bürgerforschungsschiff zu Expeditionen auf der Saale aufbrechen, an denen eifrige Flussforscher*innen aus der Bevölkerung eingeladen sind, teilzunehmen. Jeden Donnerstag ab 16 Uhr öffnet das Schiff seine Bordtür für einen Besuch der Forschungsstationen am Liegeplatz und bietet Gelegenheit für den Genuss eines kühlen Algen-Smoothies.
Die Veranstaltungen der Make Science Halle sind durch die Bundesförderung für alle kostenlos. Eine Anmeldung ist jedoch aufgrund der aktuellen Corona-Restriktionen notwendig. Die Verwendung der Corona-Warn-App wird bei Besuch des Schiffes empfohlen.

 


Bericht des MDR und der MZ über Deutschlands erstes Bürgerforschungsschiff

Am 18.06.2020 war vor der Überfahrt auch das Team vom Mitteldeutschen Rundfunk vor Ort. Schauen Sie sich hier den Bericht über die Make Science Halle mit Ilka Bickmann im Interview an.

 

„Schiff zum Forschen – Das schwimmenden Labor „Make Science Halle“ legt am Riveufer an“, so schrieb die Mitteldeutsche Zeitung am selben Tag und kündigte so auch im Print den Auftakt des Bürgerforschungsschiffes an. Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.


Livestream auf der Make Science Halle vom 18.06.2020

Saale-Expeditionen in die Blaue Bioökonomie: Das Bürgerforschungsschiff Make Science Halle lädt am 18. Juni live auf YouTube zu einem digitalen Rundgang ein.

Der gesamte Livestream auf YouTube:

 

Wir präsentieren Ihnen Deutschlands erstes schwimmende Bürgerforschungslabor am 18. Juni, ab 14 Uhr live auf YouTube und unter der Website ms-halle.science der Öffentlichkeit und wird zugleich an ihrem neuen Liegeplatz am Hallenser Riveufer, Steg Nr. 5, anlegen.


Ahoi! Das Bürgerforschungslabor lädt ein an Deck

In interdisziplinären Workshops, Expeditionsfahrten und Experimentierstationen könnt Ihr aktiv mitforschen.

Die Make Science Halle bietet als erstes Bürgerforschungsschiff Studierenden der Partnerhochschulen, Schüler*innen und allgemein interessierten Bürger*innen verschiedene Möglichkeiten zur Beteiligung und zur aktiven Mit-Forschung an. Dazu gehören feste Formate wie Science Camps, Projektwochen, Ferienfreizeiten, Ausflugs-Forschungsfahrten und Expeditionen auf der Saale genauso wie regelmäßige Angebote zu festen Öffnungszeiten an Land an unserem Liegeplatz. Unser Schiff bewegt sich auf dem “blauen Band der Wissenschaft” insbesondere auf der Saale zwischen den Hochschulen Anhalt, d.h. Anleger Bernburg, Merseburg sowie Halle (Saale) und weiteren am Wasser gelegenen Wissensorten und Partnern wie Wettin mit dem Offenen Kanal sowie der Ökoschule Franzigmark. Die Anbindung nach Magdeburg über die Elbe ist für 2021 anvisiert.

Wir freuen uns auf Euren Besuch! Eine Übersicht über laufende Aktivitäten und Angebote findet Ihr in unserem Kalender unter ms-halle.science.

Bitte achtet dabei auf offene und geschlossene Angebote. Für die offenen Angebotewird eine Voranmeldung von Euch benötigt. Die geschlossenen Angebote sind bereits fest gebuchte Aktionen, die keine weitere Teilnahme mehr ermöglichen. Noch Fragen? Kontakt unter Silvana Tornack .

 

 


Bei uns an Bord sind Forscher*innen zu folgenden Themen und  Forschungsgebieten und freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Euch an ihrer Forschung:

Modul 1: Aquaponik: – Tomaten und Fische, wer füttert wen?: Die nachhaltige Methode für einen ökologischen Wasserstoffkreislauf. Auf experimentelle Weise untersuchen wir mit einer selbst gebauten Aquaponik-Anlage die Prozesse.
Modul 2: Die Allrounder-Alge – Algen als Nutzpflanzen: Verschiedene Workshops und Aktivitäten erforschen mit Euch die zukunftsfähige Nutzung von Algen, vom Anlegen von Algenkulturen über die Mikroalge für die Nahrungsergänzung, als Nahrungsmittel und leckere Rezeptgrundlage in der Küche bis hin zur Energiegewinnung.
Modul 3: BUND-Ferienwoche rund um Wasserleben und Ökosysteme: In unserer Ferienakademie zu Biodiversität untersuchen Schüler*innen und Jugendliche Pflanzen-Tiere-Nahrungsketten im Wasser und an Land und lernen Zusammenhänge und die große Bedeutung der Artenvielfalt für unser Leben kennen.
Modul 4: Aqua live / wieviel Leben steckt im Wassertropfen?: Projekttage und Forschungsstationen insbesondere für 6- bis 12-Jährige nehmen mit spannenden Experimenten und Erkundungen die Lebenswelt Wasser unter das Mikroskop und machen fit für nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser.
Modul 5: Vom Saale- zum Trinkwasser – das Phänomen der Umkehrosmose: Workshops an unserer Umkehrosmose-Anlage zeigen Euch, wie Trinkwasser aus dem Flusswasser der Saale nachhaltig hergestellt werden kann und informieren über Trinkwasseraufbereitung und Abwasserreinigung.
Modul 6: Wieviel Dreck schwimmt in der Saale? Mikroplstik und Landwirtschaft im H2O-Check: Forscht zu den Auswirkungen der Landwirtschaft und des Abfalls für Wasserqualität der heimischen Saale, und welche Rolle dies für Kreislauffähigkeit von Biokunststoffen spielt.
Modul 7: Magic Science & Media!: Spannende Einblicke in die Forschungswelt der Blauen Bioökonomie für jedermann: von Talks an Bord, Open-Air-Kino am Oberdeck, Nachtfahrten und Tauchgänge, Mitmach-Gastro und vieles mehr. Schaut einfach in unseren Kalender, was läuft.
Modul 8: Bioeconomy Adventure: Ein virtuelles Spiel der Fraunhofer Academy bietet die Möglichkeit, per Avatar in die bioökonomische Zukunft einzutauchen und checkt Euer Wissen rund um das Thema Bioökonomie & Nachhaltigkeit.
Modul 9: Funkstation – Morsen als Komunikation der Zukunft?: Funken und Morsen ist elementar an Bord. Wir führen Euch ein in die Welt des Morsens und Funkens und beweisen die Zukunftsfähigkeit dieser „alten“ Kommunikationsform im digitalen Zeitalter.

 


Alle aktuelle Informationen, Termine und Projekte finden Sie unter www.ms-halle.science.


Lesen Sie hier unseren Blog über die Jungfernfahrt nach Halle/Saale.


Wissenschaftler*innen & Bürger*innen forschen gemeinsam in einem Boot zur blauen Bioökonomie im Wissenschaftsjahr 2020

Gemeinsam Wissen schaffen in einem Boot. Die Make Science Halle möchte als erstes schwimmendes Bürgerforschungslabor zum Thema „Blaue Bioökonomie“ auf einem blauen Band der Wissenschaft zentrale Wissen(schafts)orte von Halle (Saale) und der Region miteinander verbinden. Damit stellt ein reales Boot eine neue, schwimmende Plattform für Wissenschaftsvermittlung dar, die weit über Ausstellungen und Exponate hinausgeht und auf eine engagierte, aktive Beteiligung und Zusammenarbeit der beteiligten Partner und Teilnehmer*innen an Forschung und Wissenschaft zielt: Übergeordnetes und gemeinsames Ziel aller Partner ist es, Bürger*innen unterschiedlicher Herkünfte und Altersgruppen gemeinsam mit Wissenschaftler*innen an Forschung im Rahmen des Forschungsfeldes „Blaue Bioökonomie“ insbesondere in Form von Citizen science-Formaten zu beteiligen und dazu zu gemeinsamen Expeditionen rund um das Thema einzuladen. Die „Blaue Bioökonomie“ basiert dabei als Forschungsfeld auf der nachhaltigen Nutzung biologischer Ressourcen aus dem Wasser wie z.B. Algen oder Aquaponikprodukte und bündelt im Verbund entsprechende Kompetenzen.

Das Projektvorhaben führt insbesondere vier regionale Hochschulen als Wissen(schafts-)orte, die am Wasserweg der Saale gelegen sind, interdisziplinär mit ganz konkreten Aktivitäten und Maßnahmen und einer verbindenden Ringvorlesung zur „Blauen Bioökonomie“ auf dem Boot zusammen: die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Kunsthochschule Burg Giebichenstein; Hochschule Merseburg; Hochschule Anhalt. Weitere Wissensorte und Bildungseinrichtungen nahe der Saale, u.a. das Fraunhofer-Institut IMWS, das Salinetechnikum, das BUND-Umweltzentrum mit der Ökoschule Franzigmark bringen eigene Aktivitäten rund um das Thema Umweltbildung und Nachhaltigkeitserziehung im Bereich „Blaue Bioökonomie“ ein. Dazu gehören bspw. mehrtägige Science Camps und Ferienangebote rund um die „Blaue Bio-Ökonomie“ und Biodiversität, Projekttage rund um Mikroplastik und Nitratbelastung im und am Fluss, Fischleder-Nähwerkstatt, Workshops zur Trinkwasserherstellung eines „Saale-Sprudel“, Algen-Keks-Backstube, Mitmach-Gastronomie mit Wissensbuffet rund um Alge, Fisch & Co, „Blaues Bier“-Brauworkshop aus der Alge, Fulldome-Cinema auf dem Boot mit Filmnächten zur (Blauen) Bioökonomie mit Film-Experten-Gespräch im Anschluss u.v.m.

Das geplante Projekt stellt durch die außergewöhnliche Verbundstruktur und das hohe Engagement der beteiligten regionalen Hochschulen und Partnerorganisationen die Möglichkeit für einen in hohem Maße innovativen außeruniversitären wie außerschulischen Lehr-Lern-Ort dar, der auf einer gemeinsam genutzten schwimmenden Plattform die unterschiedlichen Expertisen und Kompetenzen zum Thema „Blaue Bioökonomie“ zusammenführt, bündelt und in der Zusammenarbeit konkret erweitert, Studierende in neue Vermittlungskonzepte einbindet und damit in aktiver Praxis- und Forschungsarbeit mit Bürger*innen, d.h. Fachfremden, als Mit-Forschende neue Methoden in der Wissenschaftskommunikation / -vermittlung sowie insbesondere Citizen Science erprobt, schult und fördert.

Gleichzeitig bietet das Boot mit seinem hohem Freizeitwert, als beliebtes touristisch wie familiär genutztes Ausflugsobjekt und geplanten Synergien zum Wassersport gerade für wissensferne Zielgruppen, Jugendliche, Familien neue, niedrigschwellige Zugänge zum Thema Wissenschaft: Die beliebte Ausflugsfahrt auf einem Boot wird zum gemeinsamen Forschungserlebnis. Tauchgänge werden zu ökologischer Mikro-Spurensuche. Das Thema Wasser als Ressource, Nachhaltigkeit, Transformation durch (blaue) Bioökonomie bietet angesichts der Fridays4future-Bewegung und entsprechend hoher medialer Berichterstattung einen optimalen Referenzrahmen. Menschen verschiedener Herkünfte, Bildungsgrade, Backgrounds begegnen einander auf der gemeinsamen Fahrt, erfahren, erleben, erforschen gemeinsam, wie unsere Welt, unser Planet nachhaltig transformiert werden kann am Beispiel blauer Bioökonomie / Ressourcen aus dem Wasser.

Durch eine verbindlich geschlossene Netzwerkpartnerschaft der genannten vier Hochschulen, der Stadt Halle (Saale) und der Fraunhofer Gesellschaft mit dem Verein science2public als zukünftiger Betreiber wird eine Nachhaltigkeit der Make Science Halle gewährleistet. Eine Übertragbarkeit auf andere Regionen Deutschlands ist über den Strategiekreis „Wissenschaft in der Stadt“ (WISTA) avisiert, in dem sich science2public seit zwei Jahren als Vertretung für die Region Halle (Saale) einsetzt und engagiert.