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Essen, Ekel, Emissionen

Kulinarische Bürgerforschung

Nach dem Erfolg der kulturellen Themenjahre zwischen 2000 und 2010, begann im vergangenen Jahr die zweite Dekade dieses deutschlandweit einzigartigen Projektes. Hinter den kulturellen Themenjahren in Halle an der Saale steht die Idee, die Stadtgesellschaft dazu einzuladen, sich ein Jahr lang mit einem interessanten und relevanten Thema zu beschäftigen. Das Jahr 2022 steht unter dem Motto Macht der Emotionen.

Im Rahmen dessen laden wir, Berenike Beigang, Friedrich Engelmann, Lioba Listl, Hanna Scheufler und Yezi Xia, Studierende der Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Uni Halle, in Zusammenarbeit mit science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e.V., zu einer kulinarischen Bürgerforschung ein. Ziel dieser Forschung ist es, gemeinsam mit zwölf möglichst gleichbleibenden Teilnehmer:innen sowie einer professionellen Köchin zu ergründen, wie Essen und Ekel zusammenspielen – und dies stets vor dem Hintergrund zukünftiger nachhaltiger und vor allem emissionsarmer Ernährung. Die Lebensmittel selbst sollen dabei nicht eklig sein, sondern es geht um das Spiel mit Erwartungen, Gewohnheiten, Sinnen oder auch kulturellen Erfahrungen der Teilnehmer:innen im Hinblick auf zukunftsorientierte Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion.

Durchgeführt wird diese Bürgerforschung auf der Make Science Halle, die sich als Deutschlands erstes Bürgerforschungsschiff bereits seit März 2020 mit Nachhaltigkeit und Zukunftsfeldern zur Klimaneutralität wie der Bioökonomie beschäftigt.


22.02.2022 Farbpalette – Chaos auf dem Teller?

Unter dem Motto Farbpalette – Chaos auf dem Teller? startete am vorletzten Dienstag, dem 22.02.2022, auf dem Bürgerforschungsschiff Make Science unsere kulinarische Bürgerforschung Essen, Ekel, Emissionen mit dem ersten von insgesamt fünf Themenabenden.

Das Projekt findet im Rahmen des kulturellen Themenjahres Halle mit dem Motto „Macht der Emotionen“ statt und ist eine Kooperation zwischen dem Verein Science2public und seinem Bürgerforschungsschiff Make Science Halle sowie Studierenden der Medien- und Kommunikationswissenschaft der Uni Halle unter Frau Prof. Dr. Susanne Vollberg.

Los ging es mit der Begrüßung durch das studentische Team, begleitet von einem blauen Cocktail-Experiment. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde aller Teilnehmer*innen, die derweilen Brot mit leuchtend rosafarbener Rote Beete-Meerrettich Margarine naschten, lauschte man interessiert einem Online-Impulsvortrag von Prof. Dr. Axel Buether, dem Mitbegründer der modernen Farbpsychologie sowie international gefragtem Farbexperten.

Dieser berichtete über den Nutzen und die Wirkung von Farben in der Natur und deren Auswirkungen auf
unseren Alltag. Was erweckt in uns die Emotion Ekel und wie wissen wir, dass dieser Apfel reif ist oder diese Aprikose nicht mehr gegessen werden sollte? Und wie macht sich dieses Wissen die Lebensmittelindustrie zu Nutze? Nach diesem spannenden Einblick wurde der erste Gang serviert: eine weiße Tomatensuppe mit blauer Rettich-Rose.

Im Anschluss begrüßten Ilka Bickmann, Vorstandsvorsitzende von science2public und die das
Bürgerforschungsprojekt betreuende Hochschullehrerin Prof. Dr. Susanne Vollberg die Anwesenden und leiteten zum Hauptgang über: lilafarbene Nudeln aus der Hallenser Nudelmanufaktur Tranquebar mit grünem Petersilienpesto auf Rucolabett. Manchen fehlte bis hierhin der angekündigte Ekeleffekt.

Den lieferte dann zumindest der Nachtisch. Ein irritiertes Raunen ging durch die Runde, als der schwarze Sticky-Rice Pudding mit Kokosschaum und Heidelbeeren serviert wurde. Auch der Bürgerforschungsaspekt kam nicht zu kurz. Schon vor dem Essen wurde der Status Quo der aktuellen
Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer*innen abgefragt. Im Anschluss an das Menü folgte die Abfrage der Eindrücke zu jedem der einzelnen Gänge. Im Laufe der nächsten Themenabende und Zukunftsmenüs sollen diese Umfragen Einblicke darin geben, ob sich im Rahmen des Projektes Essgewohnheiten und Einstellungen gegenüber ungewohntem Essen möglicherweise verändern. Damit ging der erste Abend der kulinarischen Bürgerforschung zu Ende.

Waren zu Beginn die Proband*innen noch nach und nach und einzeln eingetroffen, so verließen am Ende doch alle als begeisterte Gruppe das Schiff.

Der Abend fand mit freundlicher Unterstützung der Stadtwerke Halle und dem etepetete GmbH statt.


29.03.2022 Sinnesstörung – Das Auge isst (nicht) mit!

Was passiert eigentlich, wenn wir beim Essen nicht auf unseren Sehsinn zählen können? Und weckt das in uns die Emotion Ekel? Dies erforschte das Bürgerforschungsprojekt „Essen, Ekel, Emissionen“ am gestrigen Abend auf der Make Science Halle.

So waren beim zweiten Themenabend der kulinarischen Forschungsreise die Proband:innen eingeladen, das Essen mit verbundenen Augen zu erleben. Ob Basilikumsamen, ein gelierter Salzzitronen-Würfel oder Tapiokaperlen – viele der servierten Texturen überraschten die Proband:innen.

Einen interessanten Input aus psychologischer Sicht zum Thema Essen und Emotionen gab Hanna Pöschel, Studentin der Psychologie an der Uni Halle, die mit den Proband:innen in spannenden Tischgesprächen weiter ergründete, warum wir wann Ekel beim Essen verspüren. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle zudem beim etepetete GmbH für die weitere materielle Unterstützung des Projekts!
Wir freuen uns schon auf den dritten Themenabend der kulinarischen Bürgerforschung!


26.04.2022 Kulturblick –Schau über den Tellerrand!


31.05.2022 Fermentation – Alles Pilz oder was?


28.06.2022 Zero CO2 – Geht das?

Wir bedanken uns für die Unterstützung des Projekts bei den Stadtwerken Halle und dem etepetete GmbH.